Läufigkeit – so läuft’s ab

Eine Kastration ist immer ein großer Eingriff und sollte nur aufgrund medizinischer Notwendigkeiten durchgeführt werden. Dass man aber in Ländern, in denen es viele Straßenhunde gibt, kastriert um das Elend zu verringern ist völlig klar und nachvollziehbar. Aber bei Hunden, die hier in Deutschland ein Zuhause haben, sollte eine Kastration bei Gesundheit doch keine Rolle spielen. Denn unkontrolliertes Vermehren kann man doch sehr gut verhindern.

Loulou wird einmal jährlich läufig. Und eine Läufigkeit dauert ca. 21 Tage. Wenn man sich für einen Hündin entscheidet, weiß man vorher, dass man sich früher oder später auch mit der Läufigkeit beschäftigen muss. 1 – 2 mal im Jahr für ca. drei Wochen etwas mehr aufzupassen sollten dann auch möglich sein.


Die Phasen der Läufigkeit

Die Läufigkeit deutet sich meist schon etwas früher an. Die Hündinnen markieren vermehrt, werden anschmiegsamer und die Vulva schwillt an.

Die Blutung – Proöstrus

Hier hat die Hündin einen blutigen Scheidenausfluss und verliert auch mal mehr oder weniger Blutstropfen. Die meisten Hündinnen machen sich sehr gut sauber und ein Höschen wird so meist überflüssig. Teure Teppiche kommen bei uns in der Zeit weg und auf die Couch kommt eine Decke.

Loulou merkt man das ganze auch körperlich an. Sie ist etwas schlapper und schläft viel. Auch beim Fressen ist sie während der Läufigkeit oft sehr wählerisch.

Östrus und Standhitze

Loulou blutet meistens so um die 10 Tage und gegen Ende wird es dann „gefährlich“. Während der Standhitze ist die Hündin paarungsbereit und will sich natürlich auch geeignete Partner suchen. Loulou hat die Standhitze meist zwischen Tag 11 und 15. Danach wird es dann wieder ruhiger. Aber jede Hündin ist unterschiedlich und die eine ist schon früher paarungsbereit und die andere später. Hier muss man immer auf das Individuum schauen.

Auch ist sicher nicht jede Hündin gleich willig. Loulou sitzt dann auch schon mal vor der Tür und winselt und ist allgemein sehr unruhig. Aber hierfür haben wir die passenden Globuli, die Loulou sehr gut helfen. Bei Bedarf fragt am besten euren Tierheilpraktiker oder Tierarzt nach einem geeigneten Mittel.

Gandhi weiß trotz seiner Kastration auch ganz genau, wann Loulou soweit ist. Er versucht sie dann natürlich zu beeindrucken, was ihm leider nicht wirklich gelingt. Durch sein Verhalten wissen wir aber immer schnell Bescheid, wann Loulou in der Standhitze ist.

Metöstrus

In dieser Phase – bei uns ca ab Tag 15 nimmt die Schwellung der Vulva wieder ab und es kann noch ein gelblicher Ausfluss bemerkbar sein. Auch hier sollte man sicherheitshalber noch aufpassen, da die Hündin noch deckbereit sein kann.

Scheinträchtigkeit

Auch das gehört zu dazu und tritt ca. 60 Tage nach der Läufigkeit auf. Bei der einen Hündin fällt sie stärker aus, bei der anderen weniger stark. Bei Loulou war es soweit ich mich erinnern kann, einmal etwas schlimmer. Aber auch mit Globuli und Kuscheltierverbot gut in den Griff zu bekommen und für mich absolut kein Grund für eine Kastration.

Ruhephase

Diese Phase ist die längste im Zyklus einer Hündin und dauert je nach Größe des Hundes bis zu einem Jahr. Durchschnittlich sind Hündinnen alle acht Monate läufig.


Das kann passieren

Es gibt auch Läufigkeiten, die nicht ganz normal ablaufen. Das ist vor allem bei jungen Hündinnen der Fall oder hat gesundheitliche Probleme als Ursache.

Stille Hitze

Das bezeichnet die sogenannte „weiße“ Läufigkeit, in der die Symptome einer Läufigkeit ausbleiben. Die Hündin ist zu gegebener Zeit aber trotzdem paarungsbereit.

Verkürzte oder verlängerte Läufigkeit

Wenn man den Eindruck hat, die Läufigkeit besteht über einen kürzeren Zeitraum, kann es natürlich sein, dass man die Symptome übersehen hat. Bei Unsicherheit lieber einmal beim Tierarzt abklären lassen.

Ein verlängerte Proöstrus oder Östrus lässt aber meist auf gesundheitliche Probleme schließen und sollte unbedingt abgeklärt werden, da hier die Gefahr einer Gebärmutterentzündung (Pyometra) oder eines hormonellen Problems besteht.

Bei dem soggenanten „Split-Östrus“ bricht die Hündin die Läufigkeit sozusagen ab ohne in die heiße Phase zu kommen. Nach einiger Zeit wird die Läufigkeit dann wieder aufgenommen und im normalen Rhythmus fortgeführt. Dieses Phänomen tritt vor allem bei jungen Hündinnen auf. Auch Loulou hatte bei ihrer zweiten oder dritten Läufigkeit dieses Phänomen.


Eine Läufigkeit ist etwas völlig normales im Leben einer Hündin. Die eine „leidet“ mehr, die andere weniger. Aber 21 Tage können wir und auch Loulou und Gandhi sehr gut damit leben. Und außerdem werden die Hündinnen in den ersten Läufigkeiten erwachsener und reifen heran. Das finde ich sehr wichtig für die Entwicklung und jede Hündin sollte diese Erfahrungen machen dürfen.

 

 

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